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Schaltung einstellen: Schaltwerk, Umwerfer und Schaltzug

Die ersten Ausfahrten mit dem neuen Fahrrad laufen sauber, dann rattert die Kette auf einem Ritzel, und ein Gang kommt erst nach einer halben Kurbelumdrehung. Dahinter kann ein gedehnter Schaltzug stecken. Laut Shimano passiert das auch an einem fast neuen Fahrrad. Eingestellt wird an zwei Stellen: Am Schaltwerk sitzen die Endanschläge und die Schraube für den Abstand zur Kassette, am Schalthebel die Zugspannung. Den Umwerfer nimmst du dir erst vor, wenn das Schaltwerk sauber über alle Ritzel schaltet. Wir zeigen dir, welche Schraube welches Symptom behebt und wann ein neuer Schaltzug fällig ist.


Woran erkennst du, dass die Schaltung verstellt ist?

Verstellt ist eine Schaltung, wenn die Kette beim Schalten das Ziel-Ritzel nicht sauber trifft. Welche Schraube hilft, verrät die Richtung, in der es hakt.

Was du merkst Ursache Stellschraube
Kette klettert nicht auf das nächstgrößere Ritzel oder fällt zurück Zugspannung zu gering Rändelschraube
Kette überspringt einen Gang oder kommt verzögert auf das kleinere Ritzel Zugspannung zu hoch Rändelschraube
Kette fällt über das kleinste Ritzel hinaus äußerer Endanschlag H-Schraube
Kette fällt über das größte Ritzel Richtung Speichen innerer Endanschlag L-Schraube
Leitrolle oder Käfig berührt das größte Ritzel Abstand zur Kassette B-Schraube

Die ersten beiden Fehler gehören zusammen: Dieselbe Schraube behebt beide, nur in entgegengesetzter Richtung. Bevor du schraubst, prüf, ob du die Schaltung richtig bedienst. CUBE rät in der Betriebsanleitung, nie beide Schalthebel gleichzeitig zu betätigen. Außerdem soll die Kette nicht gleichzeitig auf dem größten Kettenblatt und dem größten Ritzel laufen, ebenso wenig auf den beiden kleinsten.

Springt die Kette auch mit neuer Kette und sauber eingestellter Schaltung weiter über die Ritzel, ist die Kassette verschlissen. Dann hilft keine Stellschraube mehr, sondern nur, die Kassette zu wechseln.


Kann ich die Schaltung selbst einstellen?

Ja, die Feineinstellung beschreibt Shimano ausdrücklich für Fahrer, mit einem kleinen Innensechskant und etwas Geduld. CUBE nennt für eine verstellte Schaltung dagegen die Fachwerkstatt. Beides passt zusammen, solange die Teile intakt sind. Eine Schraube gleicht nur aus, was sich verstellt hat. Ist das Schaltauge verbogen oder die Kette stark abgenutzt, kommt laut Shimano auch die sorgfältigste Einstellung nicht ans Ziel.


Schaltwerk einstellen: Werkzeug und Reihenfolge

Das Schaltwerk führt die Kette über die Ritzel der Kassette, gezogen vom Schaltzug. Seinen Weg begrenzen zwei Schrauben mit den Buchstaben H und L. Eine dritte, die B-Schraube, regelt den Abstand zur Kassette. Die Zugspannung stellst du an der Rändelschraube ein, die am Mountainbike am Schalthebel sitzt und am Rennrad laut Shimano am Schaltwerk.

Laut Shimano reicht ein 2-mm-Innensechskant oder ein Kreuzschlitz-Schraubendreher. Prüf beim Multitool mit Innensechskant, ob es die passende Größe mitbringt. Wichtiger ist das Hinterrad. Es muss sich frei drehen können, damit du beim Einstellen kurbeln und schalten kannst, ein Montageständer oder eine Aufhängung am Sattel genügt dafür. Shimano beginnt mit dem äußeren Anschlag und der Zugspannung. Danach folgen der innere Anschlag und zuletzt der Abstand zur Kassette.


Endanschläge mit H- und L-Schraube

Die Endanschläge verhindern, dass die Kette über das kleinste oder das größte Ritzel hinausfällt. Für den äußeren Anschlag schaltest du auf das kleinste Ritzel und drehst die Einstellschraube ganz ein, damit der Zug locker ist. Dann drehst du die H-Schraube, bis die Leitrolle direkt unter dem kleinsten Ritzel läuft. Im Uhrzeigersinn wandert das Schaltwerk nach links.

Den inneren Anschlag stellst du erst ein, wenn die Zugspannung stimmt. Auf dem größten Ritzel soll die Mitte der oberen Leitrolle mit der Mitte des Ritzels fluchten. Die L-Schraube verschiebt das Schaltwerk wie die H-Schraube, nur am anderen Ende. Zur Probe drückst du das Schaltwerk mit der Hand nach innen. Es darf sich nicht weiter bewegen.


Zugspannung an der Rändelschraube nachstellen

Die Zugspannung entscheidet, ob jeder Gang ohne Verzögerung kommt. Sie ist auch die Einstellung, die du am häufigsten brauchst. Kurbel und schalte vom kleinsten auf das nächstgrößere Ritzel. Klettert die Kette nicht hinauf oder fällt sie zurück, drehst du die Rändelschraube gegen den Uhrzeigersinn, jeweils eine halbe Umdrehung. Läuft der Gang sauber, schaltest du einmal durch die ganze Kassette.

Überspringt die Kette dabei einen Gang oder kommt sie verzögert auf das kleinere Ritzel, ist der Zug zu straff. Dann drehst du im Uhrzeigersinn zurück. Bei einem neuen Fahrrad ist dieses Nachstellen nach den ersten Ausfahrten normal, weil sich der Schaltzug anfangs noch dehnt.


Abstand zur Kassette mit der B-Schraube

Die B-Schraube stellt die Umschlingung ein, also den Abstand zwischen oberer Leitrolle und größtem Ritzel. Ist er zu klein, berühren sich Käfig und Ritzel beim Schalten. Eingestellt wird er auf dem kleinsten Kettenblatt und dem größten Ritzel, und wenn du die Schraube im Uhrzeigersinn drehst, wird er größer. Der richtige Wert hängt am Schaltwerk. Nach jedem Wechsel der Kassette stellst du ihn neu ein.

Bei aktuellen 12-fach-Schaltwerken für das Mountainbike misst Shimano nicht in Millimetern. Du richtest stattdessen eine Markierung am Käfig auf die Spitze des höchsten Zahns am größten Ritzel aus. Die Vorgabe nennt die Anleitung auf si.shimano.com. Schaltwerke mit kurzem oder langem Käfig sind auf unterschiedlich große Kassetten ausgelegt.


Wie muss das Schaltwerk stehen?

Die richtige Stellung ergibt sich aus den Endanschlägen. Auf dem kleinsten Ritzel läuft die Leitrolle darunter, auf dem größten fluchtet sie damit. Gelingt das trotz sorgfältiger Einstellung nicht, liegt der Fehler oft am Schaltauge, das Rahmen und Schaltwerk verbindet. Laut Shimano schaltet ein Schaltwerk nicht ordnungsgemäß, wenn das Schaltauge nicht gerade ist. Die Werkstatt prüft das mit einer Richtlehre. Ein verbogenes Schaltauge für dein CUBE wird gerichtet oder getauscht, danach stellst du die Schaltung neu ein.


SRAM Eagle und Transmission: was anders ist

Ob an deinem CUBE Shimano oder SRAM schaltet, legt die Ausstattungslinie fest. Bei SRAM gibt es zwei Systeme, die sich grundsätzlich unterscheiden.

Mechanische Eagle-Schaltwerke haben wie Shimano zwei Anschlagschrauben und eine B-Schraube, die Zugspannung sitzt am Schalthebel. Den Abstand zur Kassette nennt SRAM Chain Gap. Ohne Messlehre legst du die Kette auf das zweitgrößte Ritzel und stellst 3 mm zwischen oberem Schaltröllchen und den längsten Zähnen des größten Ritzels ein. Am Fully misst du mit aufsitzendem Fahrer.

Eagle Transmission hat keine Einstellschrauben. Die Lage zur Kassette legt beim Einbau der Setup Key fest, dessen Position SRAM je Rahmen vorgibt. Feinjustiert wird bei der elektronischen Version per MicroAdjust in Schritten von 0,2 mm, bei der mechanischen nur am Zugspannungseinsteller. Nach einer neuen Kette oder einem anderen Kettenblatt verlangt SRAM den kompletten Einbau neu, eine Arbeit für die Werkstatt.


Elektronische Schaltung: Di2 und AXS ohne Schaltzug

Bei Shimano Di2 und SRAM AXS schaltest du über Taster, einen Schaltzug gibt es nicht. Damit entfällt auch die Zugspannung, die bei mechanischen Schaltungen mit dem Dehnen des Zugs nachlässt. Was sich einstellen lässt, regelt die App des Herstellers, bei Shimano E-TUBE Project und bei SRAM die AXS App. Schaltet eine elektronische Schaltung gar nicht, prüf zuerst Akku und Batterie im Schalter. SRAM nennt einen leeren Akku als erste Ursache.


Umwerfer einstellen: erst das Schaltwerk

Den Umwerfer stellst du erst ein, wenn das Schaltwerk über die ganze Kassette sauber schaltet. So gibt es Shimano vor. Der Umwerfer legt die Kette zwischen den Kettenblättern um und sitzt nur an Fahrrädern mit mehr als einem Kettenblatt, etwa an vielen Rennrädern und Trekkingrädern. Shimano geht dabei in vier Schritten vor:

  1. Höhe: Das äußere Leitblech sitzt 1 bis 3 mm über den Zahnspitzen des größten Kettenblatts und läuft parallel dazu. Einstellbar ist das nur bei Schellenmontage.
  2. Innerer Anschlag: Auf dem kleinsten Kettenblatt und dem größten Ritzel stellst du die L-Schraube so ein, dass etwa 0,5 mm zwischen Kette und innerem Leitblech bleiben.
  3. Zugspannung: Über die Einstellschraube stellst du den Zug so ein, wie es die Anleitung deines Umwerfers vorgibt.
  4. Äußerer Anschlag: Auf dem größten Kettenblatt und dem kleinsten Ritzel läuft die Kette gerade schleiffrei am äußeren Leitblech. Drückst du weiter auf den Hebel, darf sich der Umwerfer nicht weiter nach außen bewegen.

Schalte den Umwerfer nie unter Belastung, darauf weist auch CUBE hin.


Wann braucht die Schaltung einen neuen Schaltzug?

Shimano und CUBE nennen keinen festen Wechseltermin, SRAM rechnet für seine Transmission-Schaltungen mit spätestens 200 Stunden. Der Schaltzug überträgt den Weg des Hebels auf das Schaltwerk, die Zughülle führt und schützt ihn. Beide altern. Züge dehnen sich, und Schmutz dringt in die Hülle. Fühlt sich die Schaltung schwergängig an oder reagiert sie träge, tauschst du laut Shimano Zug und Hülle zusammen.

Fährst du oft bei Nässe oder durch Schlamm, rät SRAM zu kürzeren Abständen, ebenso in ruppigem Gelände. Tauschen solltest du laut SRAM auch, wenn der Zug ausgefranst oder die Hülle beschädigt ist. Fehlt eine Endkappe, gilt dasselbe. Ein neuer Zug dehnt sich dagegen bei den ersten Ausfahrten, und CUBE sieht die erste Inspektion spätestens nach 200 km oder zwei Monaten vor.


Schaltzug wechseln: der Ablauf

Shimano schreibt seine Händlerhandbücher für ausgebildete Zweiradmechatroniker. Der Ablauf hilft dir einzuschätzen, was beim Wechsel passiert, und ohne Erfahrung gehört die Arbeit in die Fachwerkstatt. So sieht er bei Shimano-Schaltungen aus:

  1. Klemmschraube am Schaltwerk lösen, den Schalthebel in die Ausgangsposition bringen und den Lösehebel mehrfach betätigen, bei 12-fach elfmal oder öfter.
  2. Die Kappe am Schalthebel abnehmen und den alten Innenzug herausziehen.
  3. Die Hüllen prüfen und bei Schmutz oder Knick mittauschen. Die neue Hülle kürzt du mit einem Bowdenzugschneider, formst das Ende rund und setzt die Endtülle auf. Am Fully muss sie über den ganzen Federweg reichen.
  4. Den neuen Zug durch Hebel und Hüllen führen und die Kappe am Hebel ohne Gewalt wieder eindrehen. Schaltzüge von Shimano gibt es als Edelstahlzug und als polymerbeschichtetes Set.
  5. Den Zug in der Nut am Schaltwerk klemmen, den Hebel mehrmals betätigen, damit sich alles setzt, und neu klemmen. Shimano gibt dafür 6 bis 7 Nm an.
  6. Den Zug auf etwa 20 mm kürzen, eine Endkappe aufsetzen und prüfen, dass er die Speichen nicht berührt.
  7. Anschläge und Zugspannung neu einstellen und nach den ersten Ausfahrten nachstellen.

Bei SRAM Eagle Transmission mit Zug wird mit 4,5 Nm geklemmt, und SRAM schreibt einen 1,1-mm-Edelstahlzug mit kompressionsfreier 4-mm-Hülle vor. Für innenverlegte Züge nennen die Handbücher keinen eigenen Ablauf, der Weg durch den Rahmen ist je Modell verschieden.


Wann die Schaltung in die Fachwerkstatt gehört

Einstellen hilft, solange die Teile intakt sind. Bei diesen Anzeichen verweist CUBE in der Betriebsanleitung auf die Fachwerkstatt, Shimano empfiehlt dann den Händler:

  • Knacken, lautes Schleifen oder Schlagen im Antrieb
  • unregelmäßiger Widerstand beim Treten in die Pedale
  • die Kette springt trotz richtiger Bedienung immer wieder ab
  • Schaltauge oder Schaltkäfig ist verbogen
  • Kette und Ritzel sind stark abgenutzt

Nabenschaltungen wie Shimano Nexus oder Enviolo arbeiten ohne Schaltwerk. Ihre Einstellung steht in der Herstelleranleitung.

Eine verschlissene Kette lässt laut Shimano auch Kassette und Kettenblätter schneller verschleißen, und keine Schraube gleicht abgenutzte Teile aus. Ein verschlissenes Kettenblatt wird getauscht, nicht nachgestellt.

Zeigt die Verschleißlehre zu viel Längung, ist eine neue Kette fällig, bevor du weiter einstellst.