Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
CUBE Litening 2027: Blick über den Aero-Lenker auf zwei Fahrer in einer Alpenpasskurve

Elektronische Schaltung Di2: wie sie funktioniert, lädt und nachrüstbar ist

Am Anstieg zählt der Moment, in dem die Kette den leichteren Gang findet. Bei einer Di2 drückst du dafür eine Taste, und ein kleiner Motor im Schaltwerk legt den Gang ein. Woher der Strom kommt, ist verschieden. Davon hängt auch ab, wie oft du laden musst und ob sich eine bestehende Schaltung später noch umrüsten lässt. Wir erklären dir, wie Shimano Di2 arbeitet, worauf es beim Laden ankommt und wann du nachrüsten kannst.


Elektronische Schaltung: Signal statt Bowdenzug

Eine elektronische Schaltung überträgt den Schaltbefehl als Signal statt über einen Zug. Bei einer mechanischen Schaltung zieht der Hebel über einen Bowdenzug am Schaltwerk, und jeder Gang hängt an der Spannung dieses Zugs. Die ändert sich mit der Zeit.

Elektronisch fällt dieser Zug weg. Der Schalter am Lenker sendet ein Signal, und ein Motor im Schaltwerk bewegt die Kette auf das nächste Ritzel. Hat dein Rad zwei Kettenblätter, arbeitet auch der Umwerfer vorn mit eigenem Motor.

Shimano baut elektronische Schaltungen seit 2001 und nennt sie heute Di2. Inzwischen steckt Di2 im Rennrad genauso wie im E-Mountainbike, und bei CUBE sogar in einem Trekkingrad ohne Motor. SRAM nennt sein elektronisches System AXS.


So kommt der Gangwechsel vom Schalter ins Schaltwerk

Am Mountainbike sitzt der Di2-Schalter dort, wo sonst der Schalthebel ist, und funkt das Signal ans Schaltwerk. Beim Rennrad stecken die Tasten in den Schalt-Bremshebeln. Ein kurzer Druck reicht. Die Kraft für den Gangwechsel bringt der Motor auf, nicht dein Daumen. Je nach Gruppe läuft das Signal per Funk oder über ein Kabel.

Bei zwei Kettenblättern kann die Schaltung den Umwerfer mitsteuern. Shimano nennt diese Modi Semi-Synchro und Full Synchro, am Schaltwerk wählst du zwischen ihnen und dem manuellen Schalten.

In der App E-TUBE PROJECT legst du fest, welche Taste was tut. Die Di2-Schalter fürs Mountainbike haben dafür eine dritte Taste, die du nach eigenem Geschmack frei mit einer Funktion belegen kannst. Auch Firmware-Updates kommen über die App. Nutzt du einen Fahrradcomputer, koppelst du ihn direkt mit der Schaltung.


Woher eine Di2-Schaltung ihren Strom bekommt

Wie oft du laden musst, hängt daran, woher deine Di2 den Strom nimmt. Shimano kennt dafür vier Wege, und bei CUBE kommen alle vier vor:

Stromquelle Laden bei CUBE etwa an
Akku im Rahmen oder in der Sattelstütze per Kabel am Schaltwerk Agree, Attain, Litening, Cross Race
Akku im Schaltwerk Akku herausnehmen und laden Reaction C:62, Stereo C:62, Nuroad mit einem Kettenblatt
Akku des E-Bikes kein eigenes Laden Reaction Hybrid, Stereo Hybrid, Kathmandu Hybrid
Dynamo im Hinterrad kein Laden Kathmandu SLT

Ob ein Schaltwerk selbst lädt oder am E-Bike hängt, verrät die Typnummer. Die Di2-Schaltwerke RD-M8250 und RD-M9250 tragen ihren eigenen Akku, die Versionen RD-M8260 und RD-M9260 holen den Strom aus dem E-Bike.

Beim Gravelbike Nuroad entscheidet die Schaltung über den Akkuort. Mit einem Kettenblatt sitzt der Akku im Schaltwerk, mit zwei Kettenblättern dagegen im Rahmen oder in der Sattelstütze.


Eine Akkuladung reicht für rund 1.000 Kilometer

Fährst du rund 20 Kilometer am Tag, hält eine Ladung laut Shimano etwa einen Monat. Bei 200 Kilometern täglich sind es zehn Tage. Für den Rahmenakku und das kabellose GRX-Schaltwerk nennt Shimano etwa 1.000 Kilometer je Ladung, der Rahmenakku übersteht dabei etwa 300 volle Ladezyklen. Lädst du einmal im Monat, kommst du an diese Grenze viele Jahre nicht heran.

Geladen wird per Kabel. Am USB-Netzteil dauert eine volle Ladung etwa anderthalb Stunden, am Computer etwa doppelt so lange, und schalten kannst du währenddessen nicht. Lade am besten in einem geschlossenen Raum. Hängt die Schaltung per Bluetooth an einem Fahrradcomputer oder an der App E-TUBE RIDE, kann sich die Laufzeit ungefähr halbieren. Bei Kälte sinkt sie ebenfalls.

Den Ladestand zeigt eine LED, wenn du die Funktionstaste kurz drückst:

  • grün: 51 bis 100 Prozent
  • grün blinkend: 26 bis 50 Prozent
  • rot: 1 bis 25 Prozent

Die Schalthebel an Rennrad und Gravelbike laufen mit Knopfzellen. Je nach Hebel halten sie zwischen 18 Monaten und dreieinhalb Jahren.


Wenn der Akku leer ist

Eine Di2 fällt nicht von einem Moment auf den anderen aus. Bei Schaltungen mit Umwerfer stellt bei niedrigem Ladestand zuerst der Umwerfer den Betrieb ein, später auch das Schaltwerk. Ist der Akku leer, bleiben beide im zuletzt verwendeten Gang. Du fährst also im letzten Gang nach Hause. Lade daher bei roter LED.

Am E-Bike mit Di2-Schaltwerk für den Bosch-Antrieb stellt sich die Frage anders. Dort gibt es keinen eigenen Schaltakku, die Schaltung hängt am selben Akku wie der Motor.


Was elektronisches Schalten beim Fahren ändert

Bei Regen merkst du den Unterschied zuerst. Ein Bowdenzug kann sich mit der Zeit dehnen oder bei Nässe und Kälte festsetzen, dann sitzt der Schaltpunkt nicht mehr sauber. In dem Fall musst du die Schaltung neu einstellen oder den Schaltzug tauschen. Ohne Zug verstellt sich nichts.

Am Anstieg zählt ein zweiter Punkt. Die Di2-Schalter brauchen auch unter hoher Belastung nur wenig Kraft, und mit HYPERGLIDE+ wechselt die Kette selbst unter Last sauber auf das nächste Ritzel. Im Gelände kommt eine Schutzfunktion dazu: Bekommt das Schaltwerk einen Schlag ab, stellt es sich mit Automatic Impact Recovery von selbst zurück.

Dafür kommt eine Aufgabe hinzu, die eine mechanische Schaltung nicht kennt. Du musst laden. Fährst du oft bei Nässe oder in den kalten Monaten, spricht das für Di2. Schraubst du lieber selbst und willst unterwegs nicht vom Ladestand abhängen, bleibt eine mechanische Schaltung die einfachere Wahl. CUBE baut seine Rennräder deshalb mit beiden Varianten.


Di2 am E-Bike: Strom aus dem Bosch-Akku

An einem E-Mountainbike wie dem Reaction Hybrid holt sich das Di2-Schaltwerk den Strom direkt aus dem Akku, der auch den Motor versorgt. Die Schaltwerke RD-M8260 und RD-M9260 sind dafür gebaut und kommen ohne eigene Batterie aus. Shimano führt sie für das Bosch smart system. Die Schalter am Lenker funken, das Schaltwerk selbst hängt per Kabel am System.

Laden heißt hier also: den Bosch-Akku laden, mehr nicht. Eine zweite Ladeanzeige gibt es nicht. Am Lenker sitzt dabei derselbe Schalter wie am Reaction C:62 ohne Motor, du schaltest also mit E-Antrieb genauso wie ohne.

Anders beim Nuroad Hybrid. Es ist zwar ein E-Bike, seine GRX-Di2-Schaltung trägt den Akku aber im Schaltwerk und wird getrennt geladen.


Automatisch schalten ohne Motor: CUES Di2 Q'Auto

Auf langen Touren willst du die Landschaft sehen. Beim Trekkingrad Kathmandu in der Ausstattung SLT übernimmt deshalb die Q'Auto-Schaltung von Shimano CUES Di2 das Schalten für dich. Sie wählt aus elf Gängen selbst.

Den Strom erzeugt ein Dynamo in der Hinterradnabe während der Fahrt. Einen Akku gibt es nicht, laden musst du hier nie.

Passt ein Gang nicht, korrigierst du ihn mit den Schalttasten. Q'Auto merkt sich das. Nach etwa sechs Kilometern spürst du laut Shimano, wie sich die Schaltung Schritt für Schritt an deine Fahrweise anpasst.


Kannst du eine Di2-Schaltung nachrüsten?

Ja, wenn dein Mountainbike schon eine 12-fach-Schaltung von Shimano hat. Dafür gibt es Di2-Upgrade-Kits in den Gruppen XT und XTR. Sie machen die vorhandene Schaltung elektronisch, und zwar ohne Komplettumbau, bei dem du den ganzen Antrieb tauschen müsstest. Das neue Schaltwerk sitzt wie gewohnt am Schaltauge. Entscheidend ist der Antrieb.


Was ein Upgrade-Kit voraussetzt

Bevor du ein Kit wählst, prüfst du drei Punkte an deinem Rad:

  • Der Antrieb ist eine 12-fach-Schaltung von Shimano mit HYPERGLIDE+.
  • Die Kassette passt zum Käfig: Das lange Schaltwerk ist für Kassetten mit 10 bis 51 Zähnen ausgelegt.
  • Am Lenker ist Platz für den Di2-Schalter. Der XT-Schalter SW-M8250-IR wird über I-SPEC EV befestigt.

Nachrüsten am E-Bike und am Rennrad

Am E-Bike kommt es auf das Bosch-System an. Shimano führt die E-Bike-Schaltwerke RD-M8260 und RD-M9260 für das Bosch smart system, angeschlossen über ein eigenes Kabel mit der Bezeichnung EW-PS300. Für das ältere Bosch eBike System 2 sieht Shimano Di2 nur mit Nabenschaltung vor. Prüfe deshalb zuerst, welches System in deinem Rad steckt.

Beim Rennrad mit zwei Kettenblättern arbeitet Di2 als geschlossenes System. Die Schalt-Bremshebel steuern Schaltwerk und Umwerfer über Funk oder Kabel, den Strom liefert ein Akku im Rahmen oder in der Sattelstütze. Ein Umbau betrifft deshalb immer das ganze System.

Weißt du nicht, welches Bosch-System in deinem E-Bike steckt, frag uns. Wir schauen es gemeinsam mit dir nach.