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Kassetten-Abstufung verstehen: was 11-34 und 10-51 für deine Übersetzung bedeuten

Am steilen Anstieg ist der letzte Gang längst drin, und leichter wird es trotzdem nicht. Auf der Straße wiederum fühlt sich jeder Schaltschritt zu groß an. Beides hängt an derselben Angabe. Die Zahlen 11-34 oder 10-51 auf der Kassette nennen die Zähne des kleinsten und des größten Ritzels, und erst zusammen mit dem Kettenblatt vorn ergeben sie die Übersetzung, die du beim Treten spürst.


Was bedeuten die Zahlen 11-34 und 10-51 auf einer Kassette?

Die erste Zahl nennt die Zähne des kleinsten Ritzels, die zweite die des größten. Bei 11-34 hat das kleinste Ritzel also 11 Zähne und das größte 34, dazwischen liegen die übrigen Ritzel in einer festen Reihenfolge. Diese Reihenfolge heißt Abstufung. Im Namen der Kassette steht sie nicht.

Zwei Fahrrad-Kassetten mit je zwölf Ritzeln zeigen, wie verschieden das aussehen kann:

  • 11-34 von Shimano 105 und Ultegra: 11-12-13-14-15-17-19-21-24-27-30-34
  • 10-51 von Shimano Deore und XT: 10-12-14-16-18-21-24-28-33-39-45-51

Beide sind 12-fach. Die Fachzahl verrät also nur, wie viele Ritzel auf der Kassette sitzen, nicht wie sie über die Bandbreite verteilt sind. Bei der Rennradkassette wachsen die kleinen Ritzel um je einen Zahn, die Mountainbike-Kassette legt zwei zu und am Ende sechs.

Liest du irgendwo 11/32 statt 11-32, ist dasselbe gemeint, denn Schrägstrich und Bindestrich trennen in beiden Schreibweisen nur die beiden Werte. Was die Zähne beim Fahren bewirken, zeigt erst die Übersetzung.


Wie berechnest du die Übersetzung?

Teile die Zähne am Kettenblatt durch die Zähne am Ritzel. Das Ergebnis ist die Übersetzung, also die Zahl der Umdrehungen, die das Hinterrad bei einer einzigen Kurbelumdrehung macht.

Ein Beispiel ist das Reaction Hybrid mit 38 Zähnen vorn und einer 10-51-Kassette. Im leichtesten Gang, vorn 38 und hinten 51, kommst du auf 0,75: Das Hinterrad dreht sich nur drei Viertel, während du die Kurbel einmal herumführst. Schaltest du hinten auf das 10er Ritzel, sind es 3,8. Ein Rennrad mit 48 Zähnen vorn und 11 hinten liegt bei 4,36.

Je kleiner der Wert, desto leichter trittst du in die Pedale und desto langsamer fährst du. Ein großer Wert steht für den schweren Gang bei hohem Tempo. Besser ist keiner. Rechnest du noch den Radumfang dazu, erhältst du die Entfaltung, also die Strecke, die das Rad je Kurbelumdrehung zurücklegt, und zwischen dem leichtesten und dem schwersten Gang liegt die Bandbreite.


Was sagt die Bandbreite in Prozent?

Für die Bandbreite teilst du das größte Ritzel durch das kleinste und nimmst das Ergebnis mal 100. So siehst du, wie weit der leichteste und der schwerste Gang auseinanderliegen.

Eine 11-34 kommt auf 309 Prozent. Bei der 10-51 sind es 510 Prozent, ihr leichtester Gang ist damit gut fünfmal leichter als ihr schwerster, und Shimano nennt diesen Wert bei der Deore XT selbst als Kennzahl.

Gemeint ist allerdings der ganze Antrieb. Mit zwei Kettenblättern vorn wächst die Bandbreite über die Kassette hinaus: Das Trekkingrad Kathmandu mit 46 und 30 Zähnen vorn und einer 11-43 hinten kommt auf 599 Prozent, mehr als ein Antrieb mit einem Kettenblatt und 10-51. Ob dir 1-fach oder 2-fach besser liegt, zeigt die Nuroad Kaufberatung am Beispiel eines Gravelbikes. Gleiche Bandbreite heißt übrigens nicht gleiche Abstufung.


Was unterscheidet eine eng gestufte von einer weit gestuften Kassette?

Eine eng gestufte Kassette schaltet in kleinen Schritten, eine weit gestufte bringt den leichteren Berggang mit. Bei gleicher Fachzahl geht beides nicht zugleich. Mehr Bandbreite heißt größere Sprünge.

Drei Kassetten, wie sie an CUBE-Rädern verbaut sind, im Vergleich:

Kassette Bandbreite kleinste Sprünge größte Sprünge typisch für
11-34, 12-fach 309 % 1 Zahn, 7 bis 9 % 4 Zähne, 13 % Rennrad
11-50, 11-fach (CUES) 455 % 2 Zähne, 13 bis 18 % 7 Zähne, 16 bis 19 % Trekking, E-Bike
10-51, 12-fach 510 % 2 Zähne, 12 bis 20 % 6 Zähne, 13 bis 18 % MTB, E-MTB, Gravel mit einem Kettenblatt

Bei der 10-51 fällt etwas auf. Am Ende springt sie um sechs Zähne, im Prozentwert aber kaum stärker als am Anfang, wo es nur zwei Zähne sind. Das liegt daran, dass du einen Gangsprung nicht in Zähnen spürst.


Warum spürst du einen Gangsprung in Prozent und nicht in Zähnen?

Beim Schalten ändert sich die Übersetzung um das Verhältnis der beiden Ritzel. Fährst du gleich schnell weiter, ändert sich deine Trittfrequenz, also die Kurbelumdrehungen pro Minute, um genau diesen Prozentwert.

An der 10-51 lässt sich das gut ablesen. Zwischen dem 45er und dem 51er Ritzel liegen sechs Zähne, aber nur 13 Prozent. Vom 10er auf das 12er sind es zwei Zähne und trotzdem 20 Prozent. Große Ritzel springen also um viele Zähne, ohne dass sich der Schritt beim Treten größer anfühlt als zwischen den kleinen Ritzeln am anderen Ende.

Die 11-34 setzt den Schwerpunkt anders. Zwischen ihren kleinen Ritzeln liegen nur 7 bis 9 Prozent, dort schaltet sie auf der Straße am feinsten, und du bleibst bei gleichmäßigem Tempo näher an deinem Rhythmus. Welche Abstufung passt, hängt am Gelände.


11-34 oder 10-51: welche Abstufung passt zu deinem Gelände?

Fährst du vor allem gleichmäßig auf Asphalt, passt eine eng gestufte Kassette. Für lange und steile Anstiege brauchst du dagegen eine weit gestufte Kassette mit großem größtem Ritzel. Drei typische Situationen:

  • Straße und Gruppe: Kleine Schritte zählen. Rennräder kombinieren deshalb eine eng gestufte 11-34 mit zwei Kettenblättern vorn.
  • Gravel und gemischter Untergrund: Am Nuroad C:62 gibt es beide Wege, ein Kettenblatt mit 10-51 oder zwei Kettenblätter mit 11-36.
  • Trail und steile Rampen: Der leichteste Gang zählt. Mountainbikes und E-Mountainbikes fahren mit 10-51 oder 11-50.

Für Schotter und Asphalt im Wechsel gibt es die Nuroad Gravelbikes deshalb mit beiden Antrieben. Ob eine 11-36 für deinen Hausberg reicht, entscheidet die Kassette nicht allein. Den leichtesten Gang bestimmt das Kettenblatt mit, und auch am E-Bike bleibt die Abstufung spürbar, obwohl der Motor einen Teil der Kraft übernimmt.


Welche Übersetzung haben CUBE-Räder?

Für jede Baureihe steht hier eine Beispiel-Ausstattung, je nach Linie weichen Kettenblatt und Kassette davon ab.

Baureihe Kettenblatt Kassette leichtester Gang schwerster Gang
Reaction C:62 32 10-51 0,63 3,2
Stereo Hybrid ONE44 (29 Zoll) 34 10-51 0,67 3,4
Reaction Hybrid 38 10-51 0,75 3,8
Kathmandu Hybrid ONE11 40 10-51 0,78 4,0
Nuroad C:62, ein Kettenblatt 40 10-51 0,78 4,0
Kathmandu 46/30 11-43 0,70 4,18
Nuroad C:62, zwei Kettenblätter 48/31 11-36 0,86 4,36
Agree C:62 50/34 11-34 1,0 4,55

Bei gleicher 10-51-Kassette macht das Kettenblatt den Unterschied. Mit 32 Zähnen vorn fährt das Mountainbike Reaction C:62 ohne Motor den leichtesten Gang von allen. Am Reaction Hybrid sitzen 38 Zähne, der leichteste Gang ist bei derselben Kassette schwerer, dafür bleibt nach oben mehr Reserve. Ganz anders das Rennrad Agree C:62. Es beginnt bei 1,0, eine Kurbelumdrehung dreht das Hinterrad genau einmal. Willst du die Übersetzung ändern, hast du zwei Stellschrauben.


Was ändert ein größeres Ritzel oder ein kleineres Kettenblatt?

Beides macht den leichtesten Gang leichter. Ein größeres Ritzel hinten ändert nur den Berggang, während ein kleineres Kettenblatt vorn alle Gänge verschiebt.

Am Reaction Hybrid sieht das so aus: Mit 38 Zähnen vorn und der 10-51 liegt der leichteste Gang bei 0,75, mit einem Kettenblatt mit 34 Zähnen wären es 0,67. Der schwerste Gang sinkt dann von 3,8 auf 3,4. Du gewinnst am Berg und verlierst in der Ebene.

Willst du die Kassette tauschen, bleibt die Fachzahl gleich. Außerdem muss der Freilauf zur neuen Kassette passen, und das Schaltwerk muss das größte Ritzel abdecken. Wie du Fachzahl und Freilauf an deinem Rad prüfst, zeigt die Anleitung, welche Kassette auf dein Fahrrad passt.

Bist du unsicher, welche Abstufung an dein Rad passt, bring es bei uns im Store vorbei. Wir schauen uns den Antrieb gemeinsam mit dir an.