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HPA, HPC, C:62, C:68X: Was die Rahmen-Kürzel am CUBE bedeuten

Zwei Räder stehen nebeneinander. Beide heißen Reaction, beide sehen auf den ersten Blick gleich aus. Am Oberrohr des einen steht C:62, am anderen steht nichts. Dieser eine Zusatz im Namen verrät dir, woraus der Rahmen gebaut ist und was du beim Fahren davon hast. Vier Kennzeichnungen aus dem Modelljahr 2027 zeigen dir am Modellnamen, was du vor dir hast.


Was HPA, HPC, C:62 und C:68X bei CUBE bedeuten

CUBE schreibt den Rahmenwerkstoff in den Modellnamen, allerdings nur, wenn er aus Carbon ist. Vier Rahmenkennzeichnungen laufen im Modelljahr 2027 parallel:

Kürzel Steht für Werkstoff Artikelnummern MJ2027 Beispiel
HPA High Performance Aluminium Aluminium 118 (nie im Modellnamen) Cube Kathmandu Hybrid ONE 800
HPC High Performance Composite C:62-Carbon vorn, Aluminium hinten 47 Cube Stereo Hybrid ONE44 HPC SLX 800
C:62 62 Prozent Carbonfaseranteil Carbon 73 Cube Nuroad C:62 Pro
C:68X 68 Prozent Carbonfaseranteil, weiterentwickelte Faserlage Carbon 44 Cube Reaction C:68X SLX

Etwa die Hälfte des aktuellen CUBE-Sortiments trägt eine dieser vier Kennzeichnungen.


Warum an keinem CUBE 2027 mehr HPA steht

Carbon wird im Namen genannt, Aluminium nicht. Modelle mit HPC, C:62 oder C:68X tragen ihr Material also direkt im Namen. HPA dagegen taucht dort praktisch nie mehr auf, auch wenn ein großer Teil des Sortiments auf einem HPA-Rahmen steht und das Kürzel früher selbstverständlich dazugehörte. Es lebt heute nur noch intern in der Sortimentsgliederung weiter.

Daraus folgt die Regel, die im gesamten Sortiment trägt: "Fehlt das Kürzel im Modellnamen, ist der Rahmen aus Aluminium."


Die vier Kennzeichnungen im Einzelnen

HPA: Aluminium in fünf Ausführungen

HPA steht bei CUBE für High Performance Aluminium und bezeichnet keine einzelne Legierung. Hinter dem Kürzel stecken fünf verschiedene Rahmenspezifikationen, von Aluminium Lite am Reaction bis Aluminium Superlite am Kathmandu Hybrid.

Die Verfahren dahinter beschreibt CUBE selbst. Beim Hydroforming bekommt das Rohr eine Form, die den auftretenden Kräften folgt statt einem runden Querschnitt. Bei der Konifizierung ändert sich die Wandstärke über die Rohrlänge, sodass nur dort Material sitzt, wo Last anliegt.

Aluminium ist damit im Sortiment keine Verzichtsvariante. Es ist der Werkstoff für Räder, die viel abbekommen und deren Kratzer niemanden stören.


HPC: Carbon vorn, Aluminium hinten

HPC steht bei CUBE für High Performance Composite und bezeichnet eine Bauweise, kein eigenes Carbon. Jedes Modell mit diesem Kürzel führt dieselbe Rahmenspezifikation: C:62-Carbon im Hauptrahmen, Aluminium 6061 T6 im Hinterbau. Fünf Modellfamilien, keine Ausnahme.

Das ist kein Kompromiss, sondern eine Entscheidung. Der Hinterbau eines E-Mountainbikes nimmt Steinschlag und Kettenschlag auf. Dort ist Aluminium unempfindlicher gegen Einschläge und lässt sich im Schadensfall deutlich einfacher ersetzen als eine gebrochene Carbonstrebe am Hinterbau.

HPC ist außerdem faktisch ein E-Bike-Kürzel. Fast alle Modelle mit diesem Rahmen sind E-Bikes. Du findest es am CUBE Stereo Hybrid ONE44 HPC, am Stereo Hybrid ONE77 sowie an den ONE11-Varianten von Kathmandu Hybrid und Nuride Hybrid.


C:62: das Standardcarbon im Sortiment

C:62 bezeichnet bei CUBE einen Carbonrahmen mit 62 Prozent Faseranteil. Den Rest übernimmt das Harzsystem. CUBE gibt für dieses Material einen erhöhten Anteil an High-Modulus-Fasern an sowie ein Harz, das mit fein verteilten Nanopartikeln verstärkt ist.

C:62 ist das meistverbaute Carbon im Modelljahr 2027. Es kommt zudem in jeder Kategorie vor. Vom Rennrad bis zum E-Bike führt jede Baureihengruppe eine C:62-Variante, am breitesten aufgestellt bei den CUBE Nuroad Gravelbikes.


C:68X: mehr Fasern, andere Winkel

C:68X bezeichnet einen Carbonrahmen mit 68 Prozent Faseranteil. Der Unterschied zu C:62 liegt aber nicht allein in der Zahl. CUBE setzt hier bis zu sechs verschiedene Faserarten ein und richtet die Faserwinkel nach der Belastung aus, gefertigt im Advanced Twin Mold Verfahren.

Weniger Harz und gezielter gelegte Fasern brauchen weniger Material für dieselbe Steifigkeit. Deshalb ist ein C:68X-Rahmen bei gleicher Ausstattungslinie leichter als ein C:62-Rahmen.

C:68X ist ein Kürzel für den Rennsport. Fast ausschließlich an Rädern ohne Motor.


Wie ein CUBE-Modellname aufgebaut ist

Ein vollständiger CUBE-Name besteht aus vier Bausteinen. Am Beispiel Cube Stereo Hybrid ONE44 HPC SLX 800 sind das:

  • Stereo Hybrid ist die Baureihe.
  • ONE44 ist der Federweg.
  • HPC ist der Rahmen. Darum geht es hier.
  • SLX ist die Ausstattungslinie, 800 die Akkukapazität in Wattstunden.

Kein Rahmen-Kürzel sagt etwas über Schaltung, Bremsen oder Federelemente aus. Diese Unterschiede stecken in der Ausstattungslinie, nicht im Werkstoff, und sind das Thema des Beitrags zu den CUBE Ausstattungslinien.


Was Carbon an Gewicht spart

Vergleichbar sind nur Räder derselben Baureihe mit derselben Ausstattungslinie, bei E-Bikes zusätzlich mit demselben Motor und demselben Akku. In der folgenden Übersicht unterscheidet sich jeweils nur der Rahmen.

Modell, gleiche Ausstattungslinie Aluminium Carbon Differenz
Reaction Pro 14,0 kg 10,9 kg (C:62) −3,1 kg
Reaction SLX 13,3 kg 9,9 kg (C:68X) −3,4 kg
Nuroad Pro 11,4 kg 8,7 kg (C:62) −2,7 kg
Nuroad SLX 10,0 kg 8,4 kg (C:62) −1,6 kg
Attain Race 10,4 kg 8,9 kg (C:62) −1,5 kg
Stereo Hybrid ONE44 Pro 800 26,7 kg 24,6 kg (HPC) −2,1 kg
Stereo Hybrid ONE44 SLX 800 27,3 kg 24,4 kg (HPC) −2,9 kg
Supreme Hybrid Deluxe SLX 600 29,9 kg 24,6 kg (C:62) −5,3 kg

Gewichtseinsparungen durch Carbon liegen je nach Modell zwischen 1,5 und 5,3 Kilogramm. Am CUBE Stereo Hybrid ONE44 ist der Schritt von Aluminium auf HPC der günstigste im ganzen Sortiment.

Bei den Rädern ohne Motor kehrt sich das Verhältnis um: Am Reaction kostet der Sprung auf C:68X ein Vielfaches dessen, was er am E-MTB kostet. Ähnlich verhält es sich beim Attain: Der Umstieg auf Carbon macht sich hier deutlicher im Preis bemerkbar als bei den Fully-E-Bikes.

Ob du den Unterschied merkst, hängt vom Radtyp ab. Am Rad ohne Motor wirken 3 kg bei jeder Beschleunigung und an jeder Steigung. Beim E-Bike gleicht der Motor das beim Fahren weitgehend aus. Spürbar bleibt es dort, wo kein Motor hilft, also beim Tragen in den Keller oder beim Heben auf den Heckträger.

Eine Falle steckt im Datenblatt: Das Kathmandu Hybrid C:62 ist gut elf Kilo leichter als das Kathmandu Hybrid HPA. Der Rahmen erklärt davon nur einen kleinen Teil. Das C:62 fährt den kleineren SX-Motor mit dem kleinsten Akku im Programm, das HPA den stärkeren Performance-Line-Motor mit dem größten. Zwei Fahrzeugkonzepte, ein Baureihenname. Vergleiche Gewichte deshalb immer nur zwischen Rädern mit identischem Antrieb.


Welches Rahmenmaterial zu dir passt

Der Werkstoff ist eine Frage des Einsatzes, nicht des Budgets. Vier Profile decken die meisten Fälle ab:

  • Aluminium passt, wenn das Rad viel draußen steht und häufig transportiert wird. Kratzer gehören dann dazu.
  • HPC passt beim E-Mountainbike oder Carbon-Trekkingrad, weil der Hinterbau aus Aluminium einiges wegsteckt.
  • C:62 passt, wenn Gewicht zählt und das Rad trotzdem alltagstauglich bleiben soll.
  • C:68X passt bei Rennen und Marathons. Das Reaction C:68X SLX wiegt 9,9 kg.

Wenig sinnvoll ist Carbon dagegen am Stadtrad, das täglich am Bahnhof steht, oder am Zugfahrzeug für einen Anhänger. Dort wirken die Vorteile nicht. Einen Überblick über die Baureihen mit Carbon-Option findest du bei den CUBE Fully E-Bikes.


Was Carbon in der Werkstatt bedeutet

Carbon ist nicht schwächer als Aluminium, es versagt anders. Ein Aluminiumrahmen verformt sich sichtbar. Carbon kann nach einem harten Schlag äußerlich unauffällig bleiben und trotzdem geschädigt sein. Nach Sturz oder Transportschaden gehört ein Carbonrahmen deshalb auf den Prüfstand, auch ohne erkennbare Beschädigung.

Im laufenden Betrieb unterscheiden sich die Kosten nicht. Serviceintervalle und Verschleißteile sind bei beiden Werkstoffen dieselben, und auch die jährliche Inspektion in der Werkstatt läuft identisch ab. Der Unterschied zeigt sich erst im Schadensfall.

Drei Punkte solltest du bei einem Carbonrahmen im Blick behalten:

  • Anzugsmomente einhalten. An Carbonbauteilen gibt der Hersteller ein Anzugsmoment vor, ein Drehmomentschlüssel ist dort Voraussetzung.
  • Keine punktuelle Klemmung. Montageständer und Träger dürfen den Rahmen nicht am Rohr quetschen.
  • Nach jedem harten Schlag prüfen lassen.

Als autorisierter CUBE Händler bauen wir dein Rad fachgerecht auf und gehen diese Punkte bei der Übergabe mit dir durch.


Häufige Fragen zu den Rahmen-Kürzeln

Wofür steht das X in C:68X?

CUBE löst den Buchstaben nirgends auf. Belegt ist nur der Unterschied zum älteren C:68, das ein gleichmäßiges Fasergeflecht über alle Flächen legte. Bei C:68X richten sich Faserart und Faserwinkel nach der jeweiligen Belastung. Für deine Kaufentscheidung zählt die Zahl davor, nicht der Buchstabe dahinter.


Was bedeuten Monocoque und Advanced Twin Mold?

Beide Begriffe stehen in fast jeder CUBE-Rahmenspezifikation. Monocoque meint, dass der Rahmen in einem Stück geformt wird, statt einzelne Rohre zu verkleben. Advanced Twin Mold ist das Verfahren dahinter, mit dem CUBE die Carbonlagen während des Formens genau dort platziert, wo sie sitzen sollen.


Gibt es bei CUBE noch andere Rahmenmaterialien?

Ja, eine Ausnahme: die Laufräder der Numove 120 Walk, in einem Stück aus Magnesium gefertigt. Auch Magnesium bekommt kein Kürzel im Namen, was die Leseregel von oben ein zweites Mal bestätigt.


Kann man einen CUBE Carbonrahmen reparieren?

Ja. Allerdings gehört eine Carbonreparatur in einen spezialisierten Betrieb. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt vom Schadensbild und vom Wert des Rahmens ab. Ein Aluminiumrahmen mit Riss wird dagegen in aller Regel getauscht statt geschweißt.


Wie erkenne ich bei einem gebrauchten CUBE das Rahmenmaterial?

Lies zuerst den vollständigen Modellnamen. Steht dort HPC, C:62 oder C:68X, hast du einen Carbonrahmen vor dir. Bei älteren Jahrgängen ist Vorsicht geboten, denn dort stand HPA noch mit im Modellnamen und wurde später ersatzlos gestrichen. Ein Reaction Hybrid HPA aus einem früheren Modelljahr ist ein Aluminiumrad, kein Sondermodell.


Was der Werkstoff sagt und was nicht

Vier Kennzeichnungen beantworten genau eine Frage, nämlich die nach dem Material. Über Ausstattung oder Fahrverhalten sagen sie nichts. Genau darin liegt ihr Nutzen. Wenn du unsicher bist, welche Variante einer Baureihe zu deinem Einsatz passt, komm mit deinen Anforderungen auf uns zu. Wir gehen die Unterschiede mit dir durch.